Die lustigen Rassisten von der neuen "Wochenshow"
Die neue “Wochenshow” ist eine 90er-Jahre-Nostalgie-Sendung, die deutlich macht: Früher war nicht alles schlecht. Und so schlecht schon gar nicht.
“Wissen Sie, wie der vietnamesische Wirtschaftsminister heißt?”, fragte Ingolf Lück am Anfang der “Wochenshow” bei SAT.1. Die Antwort: “Philipp Rösler.” Der folgende Beitrag ging so ziemlich jedes Asiaten-Klischee durch – das einem Neunjährigen vor zwanzig Jahren eingefallen wäre. “Neuer Hoffnungsträger der Gelben”,”der Viet-Cong der guten Laune”, “acht Köstlichkeiten in einer Person”, “das kleine gelbe Entlein”, “Kung-Fu-Panda der deutschen Politik”. Guttenberg legte man als Voice-Over folgenden Satz in den Mund: “In Vietnam hat der Kleine ja noch gegen den Westen gekämpft, aber jetzt ist er einer von uns, der Chines’.”
Solche müden Scherze grenzen jeden aus, der asiatisch aussieht, selbst wenn er, wie Rösler, keinerlei Beziehung zu Asien hat. Wer solche Klischees im Fernsehen verbreitet, teilt seinen Zuschauern mit, dass es in Ordnung ist, asiatisch-stämmige Menschen ebenfalls so zu behandeln. Solche Witze über “gelbe” Asiaten, die eh alle gleich aussehen, egal ob “Chines’” oder Vietnamese, sind weder Satire, noch Comedy, noch Protest gegen politisch-korrekte Normen.
So etwas ist tatsächlich Rassismus.
[Video wurde inzwischen gelöscht]